a cappella im 20. Jahrhundert
„a cappella“ ist, wie wir im Rahmen des einführenden Artikels bereits erfahren haben, kein einfacher Terminus, der schnell und problemlos mit einer einzigen und offiziell gültigen Definition zu beschreiben ist – ganz im Gegenteil: Betrachten wir „a cappella“ im Hinblick auf die sowohl klassische als auch populäre Musik, so wird schnell deutlich, dass hier grundlegende Unterschiede hinsichtlich der eigentlichen Betrachtungsweise von „a cappella“ vorliegen.
Im Rahmen der klassischen Musik gilt „a cappella“ weitgehend als Musik, die nur mit Stimmen und demnach ohne Instrumente gemacht wird. Dies entspricht auch dem Verständnis der traditionellen Chöre. Berufsmusikern, die im Hinblick auf die historische Aufführungspraxis eine profunde Wissensvermittlung erfahren, ist die eigentliche Definition und Bedeutung von „a cappella“ bewusst. Dies gilt jedoch nicht für Chöre und Kantoreien, denn diese verändern im Zuge ihrer heutigen Auffassung ihre Betrachtungsweise von „a cappella“ und ziehen demnach im Rahmen von alten Chormusik-Aufführungen, welche im schlichten Cappellstil vorgeführt werden, wieder Instrumente unterschiedlicher Art heran.
Bei näherer Betrachtung der populären Musik im 20. Jahrhundert konnte festgestellt werden, dass sich zu dieser Zeit in den USA ein völlig neues Genre von sogenannten vokalen Kleingruppen, u.a. The Yale Whiffenpoofs, entwickelte. Der Musikstil entsprach dabei der Barbershop-Manier in close harmony.
Im Jahre 1927 gründeten sich in Deutschland, ganz nach dem Vorbild der amerikanischen Gruppe „The Revelers“, die Comedian Harmonists. Ihre Musik wurde zwar mit einem Klavier begleitet, trotz allem jedoch trugen sie durch ihre weitreichende Popularität zur Förderung und zum allgemeinen Vorantreiben des reinen vokalen Genres bei.
Ausgehend von diesen Entwicklungen im Rahmen der klassischen und populären Musik im 20. Jahrhundert wird populäre a-cappella-Musik in der heutigen Zeit seitens hochmoderner Vokalgruppen bzw. Vokalensembles, hauptsächlich mit vier bis maximal sechs Personen, aufgeführt. Hierbei sei festgehalten, dass die Mehrheit dieser Vokalensembles gemischt, d.h. mit Männern und Frauen zusammengestellt ist. Rein weibliche Bands gibt es nur wenige – einige davon sind u.a. Aquabella, medlz und Niniwe.
Was das Material von Songs und Liedern betrifft, so sei erwähnt, dass hierzu ganz spezielle Cover-Versionen mit Songs aus den beiden Bereichen Pop und Rock ausgewählt werden. Diese werden anschließend ohne jegliche Begleitung von Instrumenten, also nur mit der Stimme selbst, aufgeführt.