a cappella

Der Terminus „a cappella“ hat vielerlei Bedeutungen und bezeichnet demnach eine Reihe von musikalischen Erscheinungsbildern. Diese werden an folgend kurz angeführt und näher erläutert:

 

  • „a cappella“ meint in der Periode ab dem späten 16. Jahrhundert eine ganz spezielle Kompositionsform, die mehrstimmigen kirchlichen Vokalgruppen inklusiver fakultativer Instrumentalbegleitung dienen sollte.
  • Die Ära ab dem 19. Jahrhundert fokussiert im Hinblick auf die Bezeichnung „a cappella“ die allgemeine Chormusik – jedoch völlig ohne Instrumentalbegleitung.
  • Des Weiteren stützt sich „a cappella“ in seiner modernen Betrachtungsweise auf das Genre der Popmusik. Hier nimmt „a cappella“ die Rolle eines close-harmony-Vokalensembles ein, das ohne oder mit einer minimalen Instrumentalbegleitung musikalisch auftritt.
  • Ganz allgemein betrachtet kann sich „a cappella“ zudem ebenfalls auf einen Teil bzw. Ausschnitt eines Musikstückes aus dem Bereich der Popmusik beziehen, das durch ein Aussetzen der Instrumentalbegleitung gekennzeichnet ist.

 

Betrachtet man den Terminus „a cappella“ im Hinblick auf seine etymologischen Wurzeln, so wird deutlich, dass sich „a cappella“ auf das italienische „alla cappella“ stützt – was genau genommen soviel bedeutet wie „nach Art der Kapelle“. Anfänglich war es so, dass „a cappella“ eher die mehrstimmige Vokalmusik meinte, im Rahmen dieser der Chor durch unterschiedliche Musikinstrumente begleitet wurde. Dabei spielten die jeweiligen Instrumente genau jene Rhythmen und Klänge, die die Stimmen sangen.

 

Im 19. Jahrhundert hingegen verlagerte sich die Bedeutung von „a cappella“ in eine etwas andere Richtung. Als die alte Chormusik zu dieser Zeit durch die sogenannten Laien-Chöre neu entdeckt und interpretiert wurde, kam es im Hinblick auf den Terminus „a cappella“ zu einem Missverständnis. Daraus resultierend entwickelte sich eine Bedeutungsveränderung des Begriffes, der unter „a cappella“ von diesem Zeitpunkt an eine Musik verstand, die sich auf keinerlei Instrumente stützt und demnach ausschließlich auf der menschlichen Stimme beruht.